Bodenaushub – ein häufig vergessener Kostenfaktor

Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, muss eine Baugrube ausgehoben werden. Dabei fällt Bodenaushub an. Selbst wenn dieser Bodenaushub “sauber” ist, dass heißt, nicht durch Öl oder Chemikalien verunreinigt, gibt es wenig Möglichkeiten, diesen Bodenaushub sinnvoll weiterzugeben oder gar zu verkaufen.

Im Gegenteil, man muss bis zu 20 Euro pro Kubikmeter Bodenaushub bezahlen, um den Aushub los zu werden. Bei einem normalen Einfamilienhaus fallen 200 bis 300 Kubikmeter an, da kommen ganz schöne Kosten zusammen.

Aber das ist doch Sache des Bauunternehmers, werden Sie denken, ich habe doch schlüsselfertig gekauft. Irrtum! Schauen Sie einmal in Ihren Bauvertrag / Ihre Leistungsbeschreibung.

Entweder ist das Thema dort überhaupt nicht erwähnt, oder es steht dort, dass die “eventuell notwendige Abfuhr” auf Kosten des Bauherrn erfolgt.

Sie kennen einen Bauern, der den Bodenaushub doch prima auf seinem Acker verteilen kann? Vielleicht gegen ein geringes Anerkennungshonorar? Das wird in der Regel nicht funktionieren. Nur die ersten 30 cm des Aushub (der sogenannte Mutterboden) lebt, danach kommt “totes Material”. Wenn ein Bauer das auf seinem Acker verteilt, wächst dort in den nächsten zwei Jahren nichts mehr.

Es gibt aber immer wieder glückliche Umstände, den Bodenaushub doch noch kostengünstig los zu werden. Bei uns gab es letzendlich drei Möglichkeiten:

Deponie für Bodenaushub: 18,50 Euro pro cbm
Weitergabe an eine Straßenbaufirma: 3 Euro pro cbm
Auffüllen eines stillgelegten Steinbruchs in unserer Gemeinde: 0 Euro